KDFB
15.11.2016

Nachlese: Regisseurinnen zu Gast beim KDFB Berlin

Mit Agniia Galdanova (2.v.l.) und Vera Mayskaya (3.v.l.) waren zwei im Rahmen eines Kunstprojektes der Deutschen Bischofskonferenz ausgezeichnete Regisseurinnen zu Gast beim KDFB. Es moderierten Klaudia Höfig (links) und Heike Neubrand.

Die zwei Regisseurinnen Agniia Galdanova und Vera Mayskaya (MET Film School Berlin) waren beim Kurzfilmabend „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ am 15. November zu Gast im Haus Helene Weber. Eingeladen hatten der KDFB Berlin und das Internationale Pastorale Zentrum Berlin. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“, so lautete der Titel eines Kunstprojektes der Deutschen Bischofskonferenz. Filme von Studierenden aus Berlin und Umgebung wurden ausgezeichnet. Sie setzen sich mit Krieg und Tod, Flucht und Hoffnung auseinander.

Die 1987 in St. Petersburg geborene Agniia Galdanova erläuterte, wie es zur Idee ihres Filmes „Blutsverwandt“ gekommen war. Der Film spielt während des ukrainischen Bürgerkriegs 2014. Er begleitet eine Hausangestellte und Kinderfrau, Galina, durch ihren Tag. Sie ist bei einer reichen Familie in Moskau angestellt. Ihr eigener Sohn Bogdan ist im Kriegsgebiet in Donezk als Soldat eingesetzt, als der Kontakt zu ihm plötzlich abreißt.

Die Idee zu diesem Film entwickelte Agniia Galdanva kurz nach ihrer Zeit im Mutterschutz, erläuterte die Wahlberlinerin: „Russischsprechende Tagesmütter in Berlin sind meistens Einwanderinnen aus der Ukraine. So traf ich Ulyana, die das Vorbild für meine Protagonistin Galina im Film wurde.“ Ulyana sei selbst Mutter von zwei Kindern, die getrennt von diesen in Deutschland Geld verdienen müsse. „Ich habe Ulyana als unglaublich mutige und uneingeschränkt liebende Mutter kennengelernt. Ich kann noch sehr viel von ihr lernen“, sagte Galdanova. Sie betonte im Gespräch die Last, die insbesondere Mütter im Krieg tragen.

Beim zweiten Film „Metamorphosen“ handelt es sich um einen Tanzfilm, der sich mit den fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross beschäftigt. Die 1986 in Moskau geborene Regisseurin Vera Mayskaya hatte Ende 2014 ihren Vater verloren. Ihre Familienmitglieder durchlebten die Sterbephasen, wie sie nun tänzerisch im Film gezeigt werden. „Meine Idee war es, einen Film zu machen, der das Publikum auf eine Reise zu den Ursprüngen seiner Emotionalität, Spiritualität und Psychologie schickt“, sagte Mayskaya, die ebenfalls Wahlberlinerin ist.

Moderiert wurde der Abend von Klaudia Höfig, Leiterin des Internationalen Pastoralen Zentrums Berlin, und KDFB-Bildungsreferentin Heike Neubrand. Pastorin Martina Basso vom Mennonitischen Friedenszentrum Berlin übersetzte die Redebeiträge der auf Englisch geführten Diskussion.