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Geistlicher Impuls im November

Bild: privat
Wegkreuz in Nordspanien. Bild: privat

Der November war im Kalender immer schon ein besonderer Monat. Mit der Umstellung der Uhr auf Winterzeit erscheinen die Tage noch kürzer und dunkler. Die Dunkelheit trübt unsere Stimmung. Es ist eine stille Zeit, und früher zwischen St. Martin und Weihnachten war sie eine zweite Fastenzeit, eine Zeit der inneren Vorbereitung auf Weihnachten. Dieses Bewusstsein ist uns heute weitgehend verloren gegangen.

Ein Blick in unseren christlichen Kalender offenbart ebenso Dunkles: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Volkstrauertag. Eine Zeit im Jahr, die uns die Vergänglichkeit vor Augen führt, sich mit dem Tod und den Toten beschäftigt, mit Schuld und Vergebung – Gedanken, denen wir sonst vielleicht weniger Raum geben. Es geht um alles, was uns bedrückt und ängstigt.

Diese Gedenktage geben uns aber auch Raum für das Nachdenken über Loslassen, Abschied, Trauer und Erinnern.

Nehmen wir uns diese Auszeit, werden wir in diesen Tagen aufmerksamer für das Leben, hoffnungsvoller, vertrauender auf einen neuen Anfang aus dem Tod.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.“
(„Herbst“, R.M. Rilke)

So wie wir wissen, dass nach dem Winter immer wieder das Frühjahr kommen wird, glauben wir als Christen an einen neuen Anfang. Nicht die Trauer, sondern die Hoffnung hat das letzte Wort im Kirchenjahr – wir feiern Christkönig.

Christiane Krost
Geistliche Beirätin des KDFB Berlin

 

Die Impulse unserer Geistlichen Beirätin können Sie auch hier herunterladen:

Impuls 01: Zum Osterfest
Impuls 02: Zum Tag der Diakonin
Impuls 03: Zum Marienmonat Mai
Impuls 04: Zu Pfingsten
Impuls 05: Sommergruß
Impuls 06: Im August
Impuls 07: Herbstzeit
Impuls 08: Goldener Oktober
Impuls 09: Im November