PRESSE
Menü

Juli

Sommergruß

Die große Sommerauszeit mit Ferien und Urlaub liegt vor uns und gefühlt verlangsamt sich das Leben, der Alltag auch in den Städten wirkt weniger hektisch, es ist ein Einschnitt im Jahresablauf – egal ob man SchülerIn, noch im Berufsleben stehend oder schon im Ruhestand ist.

„Alles hat seine Zeit…“ heißt es im Buch Kohelet.
„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit“ (Kohelet 3,1-2).

Foto: Abbotsbury Abbey, Dorset (privat)

Eine Geschichte erzählt:

Ein Mönch wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so gesammelt sein könne: „Wie gestaltest du denn dein Leben, dass du so bist, wie du bist, so gelassen und so in dir ruhend?“

Der Mönch sprach: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich…“

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort: „Das tun wir doch auch. Aber was machst du noch, was ist dein Geheimnis?“

Der Mönch antwortete wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich…

Da sagten die Neugierigen: „Das wissen wir jetzt. Das tun wir alles auch!

Der Mönch aber sprach zu ihnen: „Nein, eben das tut ihr nicht: Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon; wenn ihr geht, seid ihr schon angekommen; wenn ihr sitzt, dann strebt ihr schon weiter; wenn ihr schlaft, dann seid ihr schon beim Erwachen; wenn ihr esst, dann seid ihr schon fertig; wenn ihr trinkt, dann kostet ihr nicht genug; wenn ihr sprecht, dann antwortet ihr schon auf Einwände; wenn ihr schweigt, dann seid ihr nicht gesammelt genug; wenn ihr schaut, dann vergleicht ihr alles mit allem; wenn ihr hört, überlegt ihr euch schon wieder Fragen; wenn ihr lest, wollt ihr andauernd wissen; wenn ihr arbeitet, dann sorgt ihr euch ängstlich.“

Aber die Zeit fließt, sie vergeht, ruhig und verlässlich. Wir lassen uns oft treiben und vergessen manchmal, innezuhalten und den Blick neu zu schärfen auf das, was wirklich wichtig ist in unserem Leben.

Egal, wo Sie in diesem Sommer sind – nehmen Sie sich Zeit für Auszeiten in Gottes guter Schöpfung, Begegnungen mit Menschen oder Verabredungen mit sich selbst.

Ich freue mich mit Ihnen darauf.

Christiane Krost
(Vorsitzende des KDFB Berlin )

Folgen Sie uns!
© 2026 | Katholischer Deutscher Frauenbund Diözesanverband Berlin e.V.