Synodalität beginnt jetzt: KDFB zieht Fazit zur sechsten und letzten Synodalversammlung
(c) Synodaler Weg / Marko Orlovic
02.02.2026 // Pressemitteilung KDFB Bundesverband
Synodalität beginnt jetzt: KDFB zieht Fazit zur sechsten und letzten Synodalversammlung
Köln, 02. Februar 2026 – Nach der sechsten und letzten Synodalversammlung des Synodalen Weges zieht der Katholische Deutsche Frauenbund e. V. (KDFB) Bilanz und macht deutlich: Der synodale Reformprozess in Deutschland ist nicht abgeschlossen. Synodalität beginnt jetzt.
Mit dem Ende der letzten Synodalversammlung ist der Synodale Weg formal beendet, zugleich beginnt nun die entscheidende Phase der Umsetzung. Es kommt darauf an, die gefassten Beschlüsse verbindlich in die Praxis zu überführen und synodale Strukturen dauerhaft in Bistümern, Dekanaten und Pfarreien zu verankern. Dafür braucht es einen grundlegenden Haltungswechsel hin zu mehr Partizipation, Transparenz, Geschwisterlichkeit und geteilter Verantwortung.
KDFB-Präsidentin Anja Karliczek: „Der Synodale Weg war kein leichter Weg, aber ein notwendiger. Er hat Räume geöffnet, Sprache verändert und deutlich gemacht, wie groß der Bedarf an Veränderungen in der Kultur des Miteinanders ist, um eine vertrauenswürdige Kirche zu sein. Deswegen dürfen Reformen nicht weiter vertagt oder relativiert werden.“
Ein zentrales Instrument dafür ist das beschlossene Monitoring zur Umsetzung der Entscheidungen des Synodalen Weges. Die Bistümer stehen an sehr unterschiedlichen Punkten und vielerorts besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Umso wichtiger ist es, dass die Diözesanbischöfe ihre jeweiligen Erkenntnisse den synodalen Gremien vor Ort zur Verfügung stellen. Transparenz ist Voraussetzung für Vertrauen und für eine verantwortliche Weiterarbeit in den Diözesen.
Besonders die weiterhin bestehende strukturelle Diskriminierung von Frauen beschädigt die Glaubwürdigkeit der Kirche nachhaltig. Die Frage nach der Öffnung von Diensten und Ämtern für Frauen bleibt zentral. Die Debatte um das Diakonat der Frau ist weltkirchlich nicht abgeschlossen, es bleibt aus Sicht des KDFB ein notwendiger, zeitnaher Reformschritt. Ebenso zählt die volle Gleichberechtigung von Frauen in Verantwortung und Leitung zu den zentralen Forderungen des KDFB. Die Erfahrungen, die Menschen heute mit Kirche machen, sind vielfach weiblich geprägt, durch Seelsorgerinnen, Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche. Diese Realität muss sich auch in Strukturen, Entscheidungswegen und Ämtern widerspiegeln. Der KDFB begrüßt ausdrücklich, dass in der künftigen Synodalkonferenz Frauen und junge Menschen verbindlich beteiligt werden, indem unter den 27 hinzugewählten Personen mindestens 13 Frauen sowie fünf Mitglieder unter 30 Jahren sein müssen.
Der KDFB dankt allen, insbesondere den vielen Ehrenamtlichen, die sich über Jahre hinweg in unterschiedlichen Gremien, Foren und Versammlungen engagiert haben. Darunter waren zahlreiche Frauen aus dem KDFB, die ihre Kompetenz, Zeit und Kraft eingebracht haben. Der KDFB wurde engagiert von Maria Flachsbarth, Birgit Mock und Christiane Fuchs-Pellmann vertreten. Besonderer Dank gilt den Überlebenden sexualisierter Gewalt, die durch ihr mutiges Sprechen, das Überwinden von Scham und Schweigen und gegen erhebliche Widerstände dazu beigetragen haben, Missbrauchsmuster sichtbar zu machen und notwendige Konsequenzen einzufordern. „Wir danken all jenen Mitgliedern der Synodalversammlung, die Rückgrat bewiesen, zugehört und neue Sichtweisen als Bereicherung angenommen haben. Das schließt viele der Bischöfe ein“, so KDFB-Vizepräsidentin Ute Zeilmann.
Mit Blick auf die Deutsche Bischofskonferenz bedauert der KDFB, dass Bischof Georg Bätzing nicht erneut für den Vorsitz kandidiert. Der Verband dankt Bischof Bätzing für seinen großen persönlichen Einsatz und seine klare Haltung im Synodalen Weg. Vom künftigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz erwartet der KDFB die entschlossene Weiterführung des synodalen Prozesses.
Abschließend betont der KDFB: Die Hoffnung vieler Menschen auf eine synodale, gerechte und glaubwürdige Kirche darf nicht enttäuscht werden. Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Worte und gelebte Realität übereinstimmen. Ute Zeilmann betont: „Synodalität ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein gemeinsames Ringen um eine angstfreie, den Menschen zugewandte Kirche. Für dieses Ringen tragen alle Verantwortung, besonders die Getauften selbst, in ihrem Engagement für eine Kirche, die dem Reich Gottes dient.“
Hannah Ratermann, Pressereferentin KDFB Bundesverband
