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Ein Jahr Vorstandsvorsitzende des KDFB Berlin. Ein Interview mit Christiane Krost

Christiane Krost_Vorstandsvorsitzende des KDFB Berlin

29.09.2026

Frau Krost, Sie sind nun seit einem Jahr Vorsitzende des KDFB Berlin. Wenn Sie auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicken: Was hat Sie in dieser Zeit am meisten bewegt?

Besonders gerne denke ich an unseren Neujahrsempfang und den Tag der Diakonin zurück. Die Begegnungen und Gespräche, aber auch die inspirierenden Referentinnen Lisi Maier, Veronika Wand-Danielsson und Prof. Dr. Gabriele Kuhn-Zuber haben mich sehr bewegt. Ihr leidenschaftliches Eintreten für die Gleichstellung von Frauen hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir als Frauenbund sichtbar bleiben und unsere Stimme erheben.

Sie engagieren sich ehrenamtlich mit großem zeitlichem Einsatz. Was motiviert Sie persönlich, diese Verantwortung zu übernehmen?

Ich war bereits mehrere Jahre im Vorstand des KDFB Berlin tätig, bevor ich zur Vorsitzenden gewählt wurde. In dieser Zeit habe ich erlebt, mit wie viel Engagement und Herzblut sich die Vorstandskolleginnen und die Geschäftsstelle für den Verband einsetzen. Diese gute Zusammenarbeit und die gemeinsame Überzeugung, etwas bewegen zu können, motivieren mich sehr.

Wie möchten Sie den KDFB Berlin weiterentwickeln, damit er auch für jüngere Frauen und neue Zielgruppen attraktiv bleibt?

Der KDFB soll ein Ort für Frauensolidarität, Austausch und gemeinsames Engagement bleiben – und zwar für Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen. Deshalb entwickeln wir unsere Angebote kontinuierlich weiter und probieren neue Formate aus. Dabei möchten wir stärker auf die Themen und Bedürfnisse jüngerer Frauen eingehen, ohne unsere bisherigen Mitglieder aus dem Blick zu verlieren. Ich glaube, dass gerade diese Verbindung der Generationen eine große Stärke des Frauenbundes sein kann.

Der KDFB versteht sich als Stimme für Frauen und Gleichberechtigung. Welche Themen werden aus Ihrer Sicht in der öffentlichen Debatte derzeit zu wenig oder zu zaghaft angesprochen?

Die tatsächliche Gleichstellung von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist noch lange nicht erreicht. Das zeigt sich beispielsweise bei der Verteilung und Anerkennung von Care-Arbeit, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder bei der politischen Teilhabe von Frauen. Hier müssen wir weiterhin aufmerksam bleiben und klare Forderungen stellen. Gleichzeitig gewinnt ein weiteres Thema an Bedeutung: digitale Gewalt gegen Frauen. Auch hier braucht es mehr Bewusstsein, Schutz und politische Antworten.

Wenn Sie auf das kommende Jahr blicken: Welche Projekte oder Vorhaben möchten Sie unbedingt anstoßen oder weiter voranbringen?

Ich möchte bewusst kein einzelnes Thema herausgreifen, denn die Anliegen von Frauen sind vielfältig und miteinander verbunden. Wichtig ist mir, dass der KDFB Berlin als engagierte Stimme für Frauen wahrgenommen wird – innerhalb der katholischen Kirche ebenso wie in der Stadtgesellschaft. Wir wollen Frauen Raum geben, ihre Perspektiven sichtbar machen und uns dort einmischen, wo es um Gleichberechtigung und die Lebensrealitäten von Frauen geht. Dafür möchte ich den KDFB Berlin gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle weiter stärken.

Das Interview führte Hanna Düspohl, Referentin für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit beim KDFB Berlin

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Der 1909 gegründete Katholische Deutsche Frauenbund Diözesanverband Berlin e.V. (KDFB Berlin) ist ein unabhängiger Frauenverband. Seine Mitglieder gestalten Politik, Gesellschaft und Kirche mit. Sie setzen sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, geschlechtergerechte Bezahlung, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und das Diakonat der Frau ein. Vorsitzende ist Frau Christiane Krost.
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