KDFB

Interview: Tipps zum beruflichen Wiedereinstieg

Foto: Adréana Hess/KDFB Berlin

„Planen Sie den Wiedereinstieg ebenso gründlich wie eine Reise“

Kontakt halten, Vereinbarungen schriftlich festhalten, ein Ziel haben:  Im Interview gibt Pia Keukert von „Raupe und Schmetterling – Frauen in der Lebensmitte e.V.“ Tipps.

Wen betreffen Schwierigkeiten bei der Jobrückkehr besonders?

Fast jede Frau kann in die Situation geraten, beruflich wieder Fuß fassen zu müssen. Manche unterbrechen ihre Arbeit für die Elternzeit, manche pflegen die Eltern oder erkranken selbst. Generell kann man sagen: Die Rückkehr wird schwieriger, je länger die Auszeit dauert.

Was macht den Wiedereinstieg so schwer?

Zum einen verändert sich der Arbeitsmarkt rasant. Es gibt Branchen, da ist schon eine Auszeit von einem halben Jahr problematisch. Nach einer Elternzeit ändern sich auch häufig die Einstellungen und Bedürfnisse der Frauen und drittens stimmen oft Rahmenbedingungen wie z.B. die Kinderbetreuung nicht.

Was raten Sie den Frauen?

Denken Sie den Arbeitsplatz immer mit. Sobald Sie wissen, dass Sie aussetzen: Sprechen Sie mit dem Arbeitgeber, lassen Sie sich rechtlich beraten, treffen Sie schriftliche Vereinbarungen und bitten Sie um ein Zwischenzeugnis. Und dann halten Sie Kontakt. Das kann mal eine Postkarte sein, mal ein Glückwunsch zum Geburtstag. Beziehen Sie auch Ihren Partner rechtzeitig und regelmäßig mit ein. Vor allem rate ich Frauen, möglichst schnell wieder in den Beruf zurück zu gehen.

Frauen haben viel selbst in der Hand. Was muss sich bei Arbeitgebern tun?

Es muss selbstverständlich werden, dass Familienarbeit einen großen Wert hat. Eltern sind nicht per se die schlechteren Arbeitnehmer/innen. Da wäre ein Umdenken wünschenswert, gerade bei kleineren Unternehmen, die natürlich durch Aus- und Teilzeitwünsche anders herausgefordert sind. Für beide Seiten gilt: Rückkehr sollte man nicht dem Zufall überlassen. Planen Sie den Wiedereinstieg ebenso gründlich wie eine Reise.