KDFB

Die Betondecke zum Bröckeln bringen: Frauen ins Weiheamt

Mehr als 130 Teilnehmer/innen feierten am „Tag der Diakonin“ gemeinsam starke Frauen für eine starke Kirche

Ohne das Wissen und den Einsatz von Frauen wäre kirchliches Leben nicht möglich. Aber an den entscheidenden Stellen fehlen sie. Am Tag der Diakonin feierte der KDFB Berlin deshalb mit mehr als 130 Unterstützerinnen und Mitstreitern Frauen und forderte mit guter Laune und großem Nachdruck das Weiheamt für Frauen.

Die gläserne Decke, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindert, wird laut Bettina Jarasch in der Kirche zu Stein: „Frauen in der katholischen Kirche stoßen an eine Betondecke. Egal, wie kompetent oder klug sie sind“, konstatierte die Berliner Politikerin (MdA Bündnis 90/Die Grünen) und Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am „Tag der Diakonin“. Die Angst vor Veränderung, die Angst der Kleriker, Macht abzugeben, müsse endlich überwunden werden.

Dafür gab es viel Beifall: Mehr als 130 Frauen und Männer waren der Einladung des KDFB Berlin gefolgt – in Kooperation mit der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Erzbistum Berlin und dem Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin. Die Unterstützer/innen waren nach dem Auftakt in der evangelischen St. Thomas-Kirche nach St. Michael gekommen, um für eine Teilhabe von Frauen an kirchlichen Weiheämtern einzutreten. Jarasch und die Autorin und Journalistin Dr. Christiane Florin („Der Weiberaufstand“) sprachen dort auf dem Podium über Männerbünde und Abwehr. „Theologisch ist es nicht haltbar, Frauen von kirchlichen Ämtern auszuschließen“, sagte Florin. Frauen den Zugang zum Weiheamt zu verwehren sei schlichtweg eine Machtfrage geworden. „Und wer Macht hat, braucht keine Argumente“, legte sie dar.

Deutlich kamen Prof. Barbara John und Bettina Jarasch auf den Missbrauch durch katholische Priester zu sprechen. „Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Macht und Missbrauch“, sagte Jarasch, Frauen müssten ins Weiheamt, auch, damit es keine geschützte Welt mehr nur für Männer gebe.

Viel Kraft, Entschlossenheit und positiver Gestaltungswille war unter den Teilnehmer/innen zu spüren, sodass die rege geführte Diskussion, die Ideen und Stärkungen beim anschließenden Fest in Garten und Gemeinderaum weitergingen. Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Mitstreiterinnen und freuen uns, auch künftig gemeinsam die Betondecke zum Bröckeln zu bringen.